Geschichte des Posaunenchores Großenwieden

1. Die Gründung des Posaunenchores

Der Posaunenchor wird 1926 von Pastor Ebel gegründet. Es sind zunächst sieben Bläser, die sich kurz vor Ostern zusammenfinden und allmählich auf 15 Bläser anwachsen.

Die äußeren Verhältnisse sind denkbar einfach: es ist kein Gemeinderaum da, geübt wird im Amtszimmer des Pfarrhauses oder in der Tischlerwerkstatt von Heinrich Eggerding. Später, als der Chor größer wird, werden als Übungsräume die Backstube von Alves oder die Pfarrhausküche benutzt. Erst 1928/29 wird die Pfarrscheune zu einem Gemeinderaum umgebaut und damit hat auch der Chor eine feste Übungsstätte.

 

2. Die Zeit bis zum 2. Weltkrieg

Im Laufe der Jahre werden zusätzliche Instrumente gekauft, für Marschmusik auch eine Pauke und eine Trommel. Die Mitgliederzahl bewegt sich bei 16 Bläsern.

Der Chor bläst nicht nur in Großenwieden zu gottesdienstlichen Anlässen, sondern auch auswärts bei kirchlichen Treffen, z. B. 1929 auf dem Bückeberg bei einem Mädchentreffen. Gelegentlich trifft sich der Chor von Großenwieden mit dem Chor von Beckedorf zum gemeinsamen Blasen.

In den 30er Jahren wird die Chorarbeit durch die zeitbedingten Umstände immer schwieriger und kommt in der Kriegszeit 1939-1945 ganz zum Erliegen.

 

3. Nach dem 2. Weltkrieg

Sechs Bläser kehren aus dem Krieg nicht zurück. Die anderen finden sich allmählich wieder zusammen und die Chorarbeit wird wieder aufgenommen. 1946/47 kommt junger Nachwuchs in bemerkenswerter Zahl in den Chor, alle Instrumente können besetzt werden. Die Mitgliederzahl steigt wieder auf den Stand von ca. 16 Bläsern.

1952 und 1953 übernimmt der Lehrer Wilhelm Stieg für kurze Zeit die Chorleitung von Pastor Ebel und übergibt diese dann 1953 an Pastor Spiller. 1953 gelingt es, durch viel öffentliches Blasen in unseren Dörfern (Choräle und Volkslieder) die Gemeinden mehr für den Chor zu interessieren. Eine Sammlung erbringt so viel, dass etliche neue Instrumente angeschafft werden können. Es kommt wieder junger Nachwuchs in den Chor, die Mitgliederzahl steigt auf 22. Der Chor bläst viel bei Umzügen von kirchlichen Gruppen, auch in anderen Gemeinden. 1958 wird Fritz Eggerding Chorleiter und Kantor in Großenwieden.

An besonderen Ereignissen in Großenwieden sei erinnert an das Kinderfest 1958, den Kreisjugendtag mit großem Umzug 1959 und an das Kreisposaunenfest im Pfarrgarten 1960.

 

4. Der Posaunenchor wird 50 Jahre alt

1976 feiert der Posaunenchor sein 50-jähriges Bestehen im Rahmen eines Dorfgemeinschaftsfestes. Das Fest steht im Zeichen weiterer Geburtstage: die Freiwillige Feuerwehr Großenwieden feiert ebenfalls ihr 50-jähriges Jubiläum, der Gemischte Chor blickt auf 85 Jahre zurück.

Am Sonntag, 22.08.1976 findet ein Festgottesdienst unter freiem Himmel statt, der gemeinsam mit dem Gemischten Chor gestaltet wird. Nach dem werbewirksamen Fest treten wieder einige junge Bläser in den Chor ein. Die Mitgliederzahl bewegt sich weiterhin bei ca. 20.

 

5. Die 80er und 90er Jahre

Im Laufe der folgenden Jahre bläst der Chor immer wieder nicht nur zu kirchlichen Anlässen, sondern ist auch die "hauseigene" Blaskapelle mit Marsch- und Volksmusik bei den vielen Zeltfesten, die von den Vereinen oder der Heimatgemeinschaft ausgerichtet werden.

1981 erhält die evangelische St. Matthaei-Kirche eine neue Orgel. Der Chor begleitet während der Bauzeit des öfteren die Gemeinde im Gottesdienst.

1986 feiert der Chor sein 60-jähriges Jubiläum mit einem Festgottesdienst in der Kirche. Gemeinsam mit dem Kirchenchor aus Hessisch Oldendorf wird die "Walcha-Kantate" aufgeführt.

In der Nacht vom 09. auf den 10. November 1989 fällt friedlich die innerdeutsche Mauer. Vom 24.05.-27.05.1990 fahren der Posaunenchor und einige Gemeindemitglieder in die Partnergemeinde Niederlungwitz (Sachsen). Obwohl jahrelang der private Kontakt nach Ostdeutschland gepflegt wurde, ist dieser Besuch etwas Besonderes. Man kann die Grenze und die Grenzanlagen noch erkennen und doch gehören sie der Vergangenheit an. Ein beeindruckendes historisches Erlebnis. Der Gegenbesuch des Lobsdorfer Posaunenchores findet vom 06.09.-08.09.1991 in Großenwieden statt.

In den 90er Jahren wird es immer schwieriger, sich dauerhaft in starker Besetzung präsentieren zu können. Ende der 90er Jahre schrumpft die Mitgliederzahl auf 12 Bläser.

 

6. Der Jahrtausendwechsel

Am 26.02.2000 findet in Großenwieden die "Zäsur 2000" statt, eine vom Ortsrat vorbereitete Gedenkfeier zum Jahrtausendwechsel. Hierbei wird im Turmraum der evangelischen Kirche eine Metallhülse mit Dokumenten der örtlichen Vereine eingelassen, die in 100 Jahren wieder geöffnet und ergänzt werden soll. Auch der Posaunenchor hat sich dort verewigt mit einem Foto, einer Mitgliederliste, Beschreibung der Aktivitäten und einem Grußwort.

 

7. Der Posaunenchor wird 75 Jahre alt

Seit den 90er Jahren bis heute hat der Posaunenchor alljährlich viele Einsätze zu absolvieren. Besonders schöne Traditionen im musikalischen Jahr sind die Adventskonzerte in den Kirchen in Großenwieden und in Hessisch Oldendorf und das gemeinsame Maikonzert mit dem Spielmannszug des Schützenvereins am 01. Mai jeden Jahres an der Weser. Der Chor hat 15 Mitglieder, davon aber nur drei Jugendliche unter 18 Jahren. Seit über 50 Jahren als aktive Musiker sind Chorleiter Fritz Eggerding und Erwin Ruhe (Zugposaune) dabei.

Am 27.05.2001 findet ein Festgottesdienst in der evangelischen St. Matthaei-Kirche in Großenwieden statt, der mit den befreundeten Posaunenchören aus Segelhorst, Fischbeck und Fuhlen gestaltet wird. Es schließt sich ein Gemeindefest auf dem Pfarrhof an.

 

8. Der Posaunenchor seit 2003

Im Dezember 2002 muss Fritz Eggerding die Chorleitung nach 44 Jahren aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Seit 01.01.2003 ist Rainer Julitz, der seit 1977 im Chor Trompete und Flügelhorn in der 1. Stimme spielt, Chorleiter.

Nach einigen Werbeaktionen kommen wieder Blasanfänger in den Chor. Ende 2004 hat der Chor 19 aktive Bläser. Am 16.04.2005 veranstaltet der Posaunenchor gemeinsam mit dem Bläserkreis Schaumburg eine Bläserserenade in der Großenwiedener Kirche. Der Bläserkreis wird von Joachim Buzmann geleitet.

Am 07.05.2006 findet aus Anlass des 80-jährigen Bestehens des Posaunenchores ein Bläsergottesdienst statt. Beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus werden langjährige Bläser geehrt.

2007 müssen einige Instrumente repariert oder generalüberholt werden, um die technische Qualität zu erhalten. Auch neue Instrumente werden angeschafft. Am 05.05.2007 hat mit dem 7-jährigen Malte Julitz der vermutlich jüngste Bläser, den der Chor bis dahin hatte, seinen ersten Auftritt. Malte spielt Tenorhorn.

2009 werden die werbewirksamen Notenpultbanner angeschafft, die bei öffentlichen Auftritten auch auswärtigen Gästen zeigen, "wer hier Blasmusik macht".

2010 gibt es wieder eine Anfängergruppe, auch einige Erwachsene stoßen hinzu. Da nicht ausreichend spielfähige Instrumente vorhanden sind, kann der Chor dankenswerterweise Instrumente von anderen Posaunenchören der Umgebung ausleihen. Das Jahr 2010 steht im Zeichen der Ausbildung und Integration der neuen Bläser in den Chor, der nun 25 aktive Musiker hat.

Am 17.04.2011 findet aus Anlass des 85-jährigen Bestehens des Posaunenchores ein Bläsergottesdienst statt. Viele Bläser werden geehrt. Besonders hervorzuheben sind drei Bläser, die seit mehr als 50 Jahren die Treue halten: Jürgen Spring (53 Jahre im Chor), Armin Bölter (55 Jahre im Chor) und Erwin Ruhe (65 Jahre im Chor). Im Juni 2011 findet ein Tagesausflug nach Lüneburg statt. Im August begleitet der Chor ein Tauffest auf den Weserwiesen in Hameln mit über 400 Gästen.

2015 kommen nach einigen Abgängen wieder neue Bläser in den Chor, die Chorstärke bewegt sich erneut bei 25 Bläsern.

2016 wird der Chor 90 Jahre alt. Aus diesem Anlass findet am 24.04.2016 ein Festgottesdienst statt mit anschließendem Empfang im Gemeindehaus. Den Gottesdienst halten Pastorin Dayana Hawkins sowie die Landespastorin für Posaunenarbeit der Landeskirche Hannover, Marianne Gorka. Pastorin Gorka ehrt auch langjährige Chormitglieder, unter anderem Erwin Ruhe, der für 70-jährige Mitgliedschaft die selten verliehene "Kuhlo-Medaille" erhält.

2017 Aus Alters-oder gesundheitlichen Gründen mussten einige Bläser/-innen den Chor leider verlassen. Dafür gibt es seit Februar 2018 wieder eine Anfängergruppe, die aus fünf Personen besteht, darunter eine ganze Familie mit vier Personen. Damit kann die Zahl der aktiven Bläserinnen und Bläser weiterhin bei 25 gehalten werden.